Cal, kurz für John-Calum, Sohn des Crofters John auf der Isle of Harris, einer Insel der äußeren Hebriden, kehrt Anfang der 90er nach dem Studium zurück in das Haus seines Vaters und in die eng verbundene Gemeinde presbyterianischer Bauern, Weber und Fischer. Hier darf niemand wissen, dass er schwul ist, und sein unerbittlich strenger Vater…

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Douglas Stuart: John of John [Rezension]

Cal, kurz für John-Calum, Sohn des Crofters John auf der Isle of Harris, einer Insel der äußeren Hebriden, kehrt Anfang der 90er nach dem Studium zurück in das Haus seines Vaters und in die eng verbundene Gemeinde presbyterianischer Bauern, Weber und Fischer.

Hier darf niemand wissen, dass er schwul ist, und sein unerbittlich strenger Vater zwingt ihn zurück in das, was in der Gemeinde erwartet wird.

Ich hatte das große Glück, den Roman auf der Isle of Harris lesen zu können – einem der schönsten Orte, die ich kenne. Aber man kann auch eine Ahnung davon bekommen, wie das Leben auf dieser Insel ist, wenn man sie nicht nur bereist, sondern hier zu Hause ist.

Die Insel ist das Land, in dem jeder, der dort geboren wird, tief verwurzelt ist, und gleichzeitig ein Ort, der so lebenswidrig ist, dass man sich ein Leben lang daran abarbeitet. Die kleine presbyterianische Gemeinde bietet Halt und Gemeinschaft und bedeutet gleichzeitig Enge und Gefangensein innerhalb von streng durchgesetzten Konventionen und Geboten.

Das Land, das die Crofter so mühevoll versuchen zu bezwingen, und seine Farben, die so zart und doch intensiv sind und die sich im gewebten Tweed widerspiegeln, prägt die Menschen, sodass die Figuren im Roman schroff sind, rau, teilweise brutal, und gleichzeitig zart und verletzlich.

In diesen Gegensätzen entfalten sich, ohne dass eine dramatische Handlung notwendig wäre, langsam und kraftvoll die existenziellen Fragen, die jede der Figuren für das eigene Leben beantworten muss. Es geht um unausgesprochene Geheimnisse, ungelebtes Leben, unerfüllte Sehnsucht, um familiäre Bande und Brüche, Selbstverachtung und das Ringen um den eigenen Platz in der Welt. Das macht den Roman unglaublich intensiv.

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