Florian Illies erschafft in „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“ das Portrait eines Jahres, das von Extremen und Umbruch geprägt ist. Wie auch schon bei „Zauber der Stille“ fand ich die Art, wie Illies erzählt, ein echtes Erlebnis. Was das Buch so besonders macht, ist nicht die Wiedergabe von Ereignissen, sondern dass einzelne Anekdoten in Form…

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Florian Illies: 1913. Der Sommer des Jahrhunderts [Rezension]

Florian Illies erschafft in „1913. Der Sommer des Jahrhunderts“ das Portrait eines Jahres, das von Extremen und Umbruch geprägt ist.

Wie auch schon bei „Zauber der Stille“ fand ich die Art, wie Illies erzählt, ein echtes Erlebnis. Was das Buch so besonders macht, ist nicht die Wiedergabe von Ereignissen, sondern dass einzelne Anekdoten in Form einer Sammlung zusammengestellt und vom Autor kommentiert werden, sodass die Personen lebendig und der Zeitgeist dadurch spürbar werden.

Durch Einblicke in Leben und Gefühlswelt der prägenden Figuren ergibt sich ein Gesamtbild, wir werfen einen kurzen Blick in das Leben von Freud, Mann, Kafka, Strawinsky, Chanel, Schönberger, Marc, Macke, Hitler, Stalin, Wilhelm II, Franz Ferdinand, Picasso, Matisse, Debussy, Kessler, Musil, Rilke, Brecht, Corinth, Wedekind, Steiner, Kollwitz, Schnitzler und vielen anderen.

Man hat von diesem Buch sicherlich mehr, je besser man sich auskennt. Besonders spannend waren für mich deshalb vor allem die Anekdoten aus dem Bereich der Literatur, Autoren wie Kafka und Thomas Mann sind mir vorher schon nah gewesen und sind jetzt nochmal greifbarer geworden. Mit bildender Kunst kenne ich mich nicht gut aus, und entsprechend fehlt mir der Rahmen, in dem ich die vielen Anekdoten aus diesem Bereich verorten könnte.

Was aber deutlich wird, ist dieses die Moderne prägende Gefühl von Leere bei gleichzeitig ohrenbetäubendem Lärm, von Freiheit, die umschlägt in Orientierungslosigkeit, davon, dass die Welt in tausend grelle Stücke zerspringt und der Wahnsinn um sich greift.

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