
„Normale Menschen“ von Sally Rooney ist ein Roman von einem Millennial für andere Millennials. Ich kann verstehen, dass man es absolut nervig und unsinnig finden kann, wie die beiden Protagonisten sich verhalten, wie sich umeinander kreisen, sich einander annähern und dann scheinbar ohne Grund wieder voneinander entfernen, dass sie es nicht schaffen, sich ganz zueinander zu bekennen oder sich völlig aufeinander einzulassen, obwohl das doch das Naheliegendste der Welt zu sein scheint.
Sally Rooney greift viele Themen auf, die ich von meiner Generation so gut kenne: Das Tragen einer Maske, um von den Menschen um einen herum gemocht und nicht komisch gefunden zu werden. Das sich Einlassen auf das, von dem man von vorneherein weiß, dass es nicht von Dauer sein wird, weil das einfacher ist, als sich ganz festzulegen. Das selbstzerstörerische Verhalten, weil es sich irgendwie sicherer anfühlt, das auszuhalten, als etwas zu wagen und sich womöglich in falscher Sicherheit zu wiegen.
Diesen Vibe fängt Rooney gut ein, sodass sich der Roman für mich echt anfühlt, auch wenn ich bei den Entscheidungen der Protagonisten oft nicht ganz mitgehe. Connell und Marianne sind eben all das, was wir Millennials sind: Verkorkst, versehrt, auf einer endlosen Suche. Und das ist nicht immer leicht zu lesen, aber für mich auf jeden Fall lohnenswert.
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