
Das Leben wirkt kleinstädtisch und idyllisch im irischen Mullinmore. Sechs junge Leute fahren an einem Sommertag in den 80er Jahren gemeinsam an den Strand. Auf dem Rückweg ein Autounfall, bei dem drei von ihnen sterben und eine so schwer verletzt wird, dass sie ihr Leben lang im Rollstuhl sitzen wird. Die zwei jungen Männer, die vorne saßen, überleben den Unfall. Danach ist nichts mehr, wie es war. Schmerz und Schuld zerreißen die Familien und die Gemeinde und wiegen so schwer, dass Connor, der den Wagen gefahren hat, seine Heimatstadt schließlich verlässt. Er wird über zwanzig Jahre nicht zurückkehren, er bricht jede Verbindung zu seiner Vergangenheit und den Kontakt zu seiner Familie ab.
Wir begleiten ihn durch die nächsten Jahrzehnte seines Lebens, in dem er strauchelt und wandert und nach einem Leben sucht, in dem er ankommen und er selbst sein kann. Dabei geht es nicht nur um den Unfall, sondern auch immer um die Angst, als der, der er ist, nicht angenommen zu werden.
Das titelgebende Gefühl ist das Gefühl von Heimweh, ohne dass man sich irgendwo wirklich zu Hause fühlt. Heimweh nach sich selbst und danach, ein echtes Leben zu führen statt einem, in man sich verstellt, um etwas zu verbergen oder eine Fassade aufrecht zu erhalten.
Connor hat keine Heimat, weder innerlich noch äußerlich, und spürt selbst nicht, dass er Heimweh hat – bis er eines Tages in New York einen anderen Iren trifft. Diese Begegnung führt beide Welten, sein Leben in New York und seine Geschichte in Mullinmore, die sich scheinbar so unerreichbar weit voneinander entfernt hatten, wieder zusammen und Connor zurück in den Ort, in den er 25 Jahr zuvor verlassen hatte. Hier
Die Geschichte ist vielschichtig und tief, die Handlung spannend wie ein Krimi und die Figuren lebendig. Es geht um Schuld, Vergebung, Ausgrenzung und Zugehörigkeit und ich habe das Buch wirklich begeistert gelesen, auch wenn das Ende für mein Empfinden völlig unnötig und irgendwie deplatziert ist. Trotzdem große Empfehlung!
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