
„Imperium“ erzählt die Geschichte des historischen August Engelhardt, der das wilhelminische Kaiserreich 1902 in Richtung Neupommern verlässt, um dort, auf der Insel Kabakon in der Südsee, den Orden einer selbst erdachten Religion zu gründen, die Nudismus, Zivilisationsferne und Kokosnüsse als einzige Nahrung vorsieht.
Und er erzählt sie doch nicht, denn gegenüber dem historischen Engelhardt und dem in Krachts Roman gibt es durchaus auch Unterschiede. Eine Biografie ist „Imperium“ also nicht, aber was dann? Ein Südseeroman, eine Hommage, eine Persiflage? Der Ton ist angelehnt an den von Thomas Mann, der Stil ironisch und maniriert und schafft es gleichzeitig perfekt zur Zeit der Jahrhundertwende zu passen und doch so offensichtlich imitierend zu klingen, dass er eine ironische Distanz zur Handlung und zu seiner Figur schafft.
Das und die zahlreichen literarischen Bezüge (Thomas Mann tritt sogar selbst im Roman auf) muss man mögen, ich aber habe die skurrile Geschichte über einen skurrilen Protagonisten sehr gern gelesen.
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