
Mit wenigen Sätzen erschafft Andreas Meier eine ganze Welt, in der ich mich unmittelbar wiederfinde.
Und tatsächlich geht es auch inhaltlich um die Erschaffung einer Welt, die sich in der Wahrnehmung eines Kindes formt und die von dem, was es umgibt, geformt wird, auch wenn diese ersten Kinderjahre eher als Vorstellung des Autors und Fragmenten überlieferten Erzählungen denn als Erinnerung und die der späteren Lebensjahre eher in Form von Gedanken an Erlebtes als im Erlebten selbst existieren.
Es geht um die Erkundung von Erinnerung, vom Verhältnis vom Innen zum Außen.
Der Umzug in das neue gebaute Haus der Familie markiert den erzwungenen Ausbruch aus einem friedlichen Kokon hinaus in eine Welt, deren Regeln der Protagonist dieser autobiografischen Erzählung nicht versteht, in die er sich nicht einfügen, ja mit der er nicht einmal eine Verbindung aufbauen kann und mit der konfrontiert zu sein für ihn schwer zu ertragen ist.
Erzählt wird konsequent aus der Sicht eines Kindes, eher bis ins kleinste Detail beobachtend als reflektierend und konsequent auf sich und den eigenen Wahrnehmungshorizont bezogen.
Das alles ist sprachlich wirklich gut gemacht und hat nur ein Manko: passieren tut eigentlich nichts. Dieses Fehlen einer treibenden Handlung hat dazu geführt, dass ich das erste Drittel sehr gerne, das zweite eher nebenbei und das dritte gar nicht mehr gelesen habe. Schade bei diesem vielversprechenden Anfang!
Hinterlasse einen Kommentar