
Ich habe eine besondere Schwäche für coming-of-age-Geschichten und auch eine (ein bisschen random, da ich noch nie da war) für den ländlichen Westen der USA. Insofern ist dieses Buch wie für mich geschrieben, aber auch ohne diese recht spezifischen Vorlieben ist es ein Roman, der absolut überzeugt.
Joachim Meyerhoff hat ja inzwischen eine ganze Reihe autobiografischer Romane geschrieben, dieser ist der erste der Reihe. Noch als Schüler bewirbt sich Meyerhoff für ein Auslandsjahr in den USA und um seine Chancen, aufgenommen zu werden, zu erhöhen, gibt er im Fragebogen an, er sei an einer ländlichen Umgebung interessiert und fleißiger Kirchgänger. Er bekommt einen Platz – in der Kleinstadt Laramie in Wyoming, inmitten von weiter Prärie, gerahmt von den Rocky Mountains und sehr amerikanisch.
Der Roman umfasst etwas mehr als ein Jahr und Meyerhoff nimmt uns episodenhaft mit in einzelne, in verschiedenster Art prägende Momente in dieser Zeit. Wir lernen ihn kennen, sein Leben in einer norddeutschen Kleinstadt, seine Familie, und erleben dann mit, wie er sich in Laramie nach und nach in ein völlig neues Leben einfindet, aus dem er als ein anderer zurückkehren wird.
Ich mochte sehr den leichtfüßigen Erzählstil, der es uns leicht macht, uns einfach in der Geschichte treiben zu lassen. Nicht nur der Tod seines Bruders, der als tiefer Einschnitt Teil des erzählten Jahres ist, sondern auch Meyerhoffs Talent, Menschen so zu zeichnen, dass man fast das Gefühl hat, man würde sie selbst kennen, geben dem Roman Tiefe, auch wenn er eine im besten Sinne leichte Lektüre ist.
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