Die Brenner-Krimis von Wolf Haas sind ja bekanntlich Geschmackssache. „Müll“ ist der neunte und der Brenner schon gar nicht mehr bei der Kripo, sondern inzwischen auf einem Müllplatz (sprich Wertstoffhof in Wien) und deswegen eigentlich gar nicht mehr zuständig, als in einer der Wannen, in denen der Müll getrennt wird, ein menschliches Knie auftaucht. Es…

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Wolf Haas: Müll [Rezension]

Die Brenner-Krimis von Wolf Haas sind ja bekanntlich Geschmackssache. „Müll“ ist der neunte und der Brenner schon gar nicht mehr bei der Kripo, sondern inzwischen auf einem Müllplatz (sprich Wertstoffhof in Wien) und deswegen eigentlich gar nicht mehr zuständig, als in einer der Wannen, in denen der Müll getrennt wird, ein menschliches Knie auftaucht.

Es entspinnt sich eine Kriminalgeschichte, in der etwas wirr, aber am Ende durchaus schlüssig zusammenlaufend, ein Netz von Fäden ausgelegt wird, die Tochter und die Frau des Toten spielen dabei eine Rolle, aber auch ein Wiener Logistikunternehmen und die österreich-deutsche Organmafia. Da bin ich zwischendurch nicht mehr immer ganz mitgekommen, macht aber nichts, weil der eigentliche Hauptdarsteller eh der Erzähler ist.

Der erzählt in einer unverwechselbaren Sprache, lässt Wörter weg, kommentiert und mäandert zwischen Klamauk und Philosophie durch den Roman. Wer diese Sprache mag, der hat sicher auch an „Müll“ Spaß, denn thematisch irgendwie schräg, aber zum Brenner durchaus sehr passend. Zum Leseverständnis trägt sie nur bedingt bei und man muss bereit sein, sich einfach treiben zu lassen.

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