
„Die Jugend ist ein hartes Land.“ Allerdings – und auch, wenn sie bei mir schon einige Zeit zurückliegt, liebe ich Coming-of-age-Geschichten. In „Hard land“ von Benedict Wells kommt alles zusammen, was einen prototypischen Coming-of-age-Roman ausmacht. Ein Sommer, der der letzte für eine Gruppe von Freunden sein wird, bevor sie alle in einen neuen Abschnitt aufbrechen und nichts mehr wieder so sein wird, wie es in diesem einen, magischen Sommer war. Ein Protagonist, der hadert – mit sich, mit seinem Körper, seiner Beziehung zu seinem Vater. Erste Erfahrungen mit Freundschaft und Liebe. Und ein schwerer Verlust, der ihn zwingt, erwachsen zu werden.
Das alles mag etwas klischeehaft sein und war mir manchmal zu viel. Auf den Erzählstrang mit dem fiktiven Gedichtband „Hard land“ hätte ich gut verzichten können. Manchmal ging mir Sam mit seiner jugendlichen Überheblichkeit auf die Nerven.
Aber: Benedict Wells schafft es, echte Gefühle zu wecken. Jede der Situationen, in die Samuel im Lauf des Romans kommt, konnte ich so sehr fühlen, weil ich sie selbst kenne und erlebt habe.
„Hard land“ ist ein Roman wie die Jugend, wie der letzte Sommer vor dem Erwachsenwerden selbst: leicht und schwer, schön und traurig, hin- und hergerissen zwischen dem Gefühl grenzenloser Freiheit und einer Gehemmtheit, aus der man sich nicht befreien kann, voll von schwierigen Tagen und endlosen Nächten, und von diesem ganz besonderen Zauber durchtränkt, der in meiner Erinnerung noch so lebendig ist und von dem man doch selbst schon geahnt hat, dass er mit der Jugend verfliegen wird. Das alles ist für mich beim Lesen so lebendig geworden, dass es mir manchmal schon zu nah war – aber so ist eben auch das Leben, wir erleben schöne und schwere Momente, wir entwickeln uns und müssen Abschiede verkraften, wir erleben Liebe und Tod und all das macht das Leben schön und schwer und intensiv.
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