„Das Teemännchen“ ist der erste von inzwischen drei Kurzgeschichtenbänden von Heinz Strunk. Und über den und seine Werke kann man ja durchaus geteilter Meinung sein. In den Kurzgeschichten zeigt sich Heinz Strunk in Reinform, konzentriert auf kleine Ausschnitte aus dem Leben seiner Protagonisten, auf völlig absurde Begebenheiten – und ich liebe es. In insgesamt 50…

Heinz Strunk: Das Teemännchen [Rezension]

„Das Teemännchen“ ist der erste von inzwischen drei Kurzgeschichtenbänden von Heinz Strunk. Und über den und seine Werke kann man ja durchaus geteilter Meinung sein. In den Kurzgeschichten zeigt sich Heinz Strunk in Reinform, konzentriert auf kleine Ausschnitte aus dem Leben seiner Protagonisten, auf völlig absurde Begebenheiten – und ich liebe es.

In insgesamt 50 Geschichten geht es um Menschen unterschiedlichster Art. Sie arbeiten in einer Imbissbude, sitzen als Geschäftsmänner an trostlosen Hotelbars oder ringen am Glücksspielautomaten am Rasthof Allertal um einen kurzen Moment des Erfolgs, aber alle haben gemeinsam, dass sie vollkommen am Ende sind, körperlich und seelisch heruntergekommen, abgewrackt, und es ist klar, dass es für sie keine Hoffnung auf Verbesserung geben kann.

Er erzählt von den Abgehängten, von Losern, von Ausgestoßenen, Randständigen und Vergessenen. Der Blick auf sie ist weder abfällig noch zeigt er Sympathie, er bewertet nicht, noch ist er erfüllt von Mitleid oder Mitgefühl. Minutiös detailreich schildert der Erzähler seine Protagonisten, ohne sie dabei jemals richtig erfassen zu können, sie alle stehen nicht nur für sich, sondern sind Repräsentanten, und so, wie es ihnen geht, geht es vielen.

Die Figuren kämpfen einen völlig aussichtslosen Kampf darum, dem Leben mit aller Kraft etwas entgegenzusetzen, ihm etwas Liebe, Anerkennung oder Frieden abzuringen, die Welt, in der sie sich bewegen, ist düster, trostlos und grotesk, ein Wahnsinn das alles.

Wenn Heinz Strunk über das Leben schreibt, fragt man sich schon, wie das überhaupt irgendjemand aushalten soll. Und trotzdem zeigt sich der Heinz Strunk so eigene und gerade in der Absurdität liegende Humor auch in diesen Kurzgeschichten und sorgt dafür, dass ich sie immer wieder gerne lese beziehungsweise in den großartigen von ihm selbst gelesenen Hörbuchversionen höre.

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